| Fruktoseunverträglichkeit |
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RICHTIG ESSEN INSTITUT 5.1.1999 Was ist bei der Ernährung zu beachten?AllgemeinesAls Basis der Ernährungstherapie bei Fruktoseintoleranz dient eine den Empfehlungen entsprechende gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, die alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in ausreichenden Mengen enthält. Energie, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett sollten in den für die jeweilige Altersstufe entsprechenden Mengen aufgenommen werden (siehe dazu das Kapitel "Richtlinien für eine gesunde Ernährung"). Nur bei der Art der zugeführten Kohlenhydrate sind Einschränkungen erforderlich.
FruktoseZiel der Ernährungstherapie ist ein möglichst weitgehender Verzicht auf Fruktose in der Nahrung. Dabei können Fruktosemengen von bis zu 1 Gramm pro Tag geduldet werden. Diese Grenze sollte jedoch nicht überschritten werden. Fruktose ist in reiner Form besonders in Obst enthalten. Zusammen mit Glukose (Traubenzucker) bildet sie aber auch den Zweifachzucker Saccharose (Haushaltszucker), der in den meisten süßen Lebensmitteln enthalten ist. Aus diesem Grund sollten zuckerhaltige Lebensmittel gemieden werden. Fruktose ist in Form von Mehrfachzuckern auch in Hülsenfrüchten enthalten. Der Verzehr dieser Lebensmittel sollte deshalb ebenfalls stark eingeschränkt werden. Außerdem wird Sorbit, ein Zuckeraustauschstoff, der in Diabetiker-Lebensmitteln häufig vorkommt, im Organismus in Fruktose umgewandelt. Auf Lebensmittel, die mit Sorbit gesüßt sind, sollten Betroffenen ebenfalls verzichten. Die Tabelle "Fruktosegehalt von Lebensmitteln" gibt Auskunft über den Fruktosegehalt wichtiger Nahrungsmittel. Die Toleranzgrenze von einem Gramm Fruktose ist ein auf Erfahrungen basierender Richtwert. Bei jedem einzelnen Betroffenen sollte nach Möglichkeit die persönlich duldbare Fruktosemenge in Abhängigkeit von der Leberfunktion bestimmt werden. Da für den Erfolg einer fruktosearmen Diät jedoch biochemische Überwachungsmöglichkeiten fehlen, sollte man mit dem Verzehr fruktosehaltiger Lebensmittel in jedem Fall sehr vorsichtig sein, um die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten. Die Tabelle "Geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Fruktoseintoleranz" hilft bei der Zusammenstellung der Nahrung.
VitamineDa Obst fast vollständig aus der Speiseliste gestrichen werden muß und Gemüse nur in sehr eingeschränktem Maß verzehrt werden darf, ist eine bedarfsgerechte Versorgung vor allem mit den wasserlöslichen Vitaminen (besonders Vitamin C) nicht möglich. Deshalb sollte in Absprache mit dem Arzt zusätzlich ein Multivitaminpräparat eingenommen werden. Dieses Vitaminpräparat muß auf jeden Fall fruktose-, saccharose- und sorbitfrei sein.
BallaststoffeWegen der geringen Aufnahme von Obst und Gemüse ist eine angemessene Ballaststoffzufuhr kaum zu realisieren. Die erlaubten Mengen an Produkten aus Vollkorngetreide, wie Haferflocken und Vollkornbrot, sollten daher im Rahmen der erlaubten Fruktosemengen unbedingt ausgeschöpft werden.
Spezielle Ernährungsempfehlungen für Säuglinge und KleinkinderSäuglinge sollten im ersten Lebenshalbjahr völlig fruktosefrei ernährt werden. Am einfachsten ist das zu erreichen, wenn das Kind mindestens vier bis sechs Monate voll gestillt wird, denn Muttermilch enthält keine Fruktose. Auch industriell hergestellte Anfangsmilchnahrungen für Säuglinge sind fruktose- und saccharosefrei. Vorsicht ist jedoch geboten bei teiladaptierten Nahrungen, denn sie enthalten Saccharose! Aus diesem Grund treten die Symptome erst nach Umstellen von Muttermilch auf eine saccharosehaltige (teiladaptierte) Milch auf. Selbst hergestellte Halb- oder Zweidrittelmilch aus Kuhvollmilch mit 2 Prozent Mondamin, 5 Prozent Glukose und pflanzlichem Öl ist dagegen eine gute Alternative. Als Symptome treten bei Säuglingen Bauchschmerzen, Erbrechen und eine Fruktosurie auf. die betroffenen Kinder dürfen daher überhaupt keine Lebensmittel bekommen, die Fruktose enthalten, z. B. kein Obst mit Ausnahme von ein wenig Zitrone. Bei Gemüse sollte man fruktosearme Sorten auswählen (siehe dazu die Tabelle "Fruktosegehalt von Lebensmitteln" ). Fertigbreie sind nicht für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern mit Fruktoseintoleranz geeignet, da sie meist Zucker enthalten. Fruktosefreie Breie können aus Vollmilch, Fleisch, Glukose (Traubenzucker), Mehl, Stärkeprodukten, Butter und Eiern selbst zubereitet werden. Wieviel Fruktose ein Säugling oder Kleinkind erhalten kann, hängt vom Ausmaß des Enzymdefektes ab. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Anhaltspunkt für die duldbare Fruktosemenge in verschiedenen Altersstufen.
Richtlinien für die Fruktoseaufnahme bei vorliegender Fruktoseintoleranz im Säuglings- Kleinkindes- und Kindesalter:
Quelle: nach Wachtel, U. u. R. Hilgarth, 1995
Ohnehin meiden Kinder ab dem 2. Lebensjahr meist instinktiv fruktosehaltige
Nahrungsmittel, weil sie wissen, daß sie nach dem Verzehr
dieser Lebensmittel Bauchschmerzen bekommen. |