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RICHTIG ESSEN INSTITUT 5.1.1999
Fruktoseunverträglichkeit
Bei der Fruktoseunverträglichkeit ("Fruktoseintoleranz")
lassen sich drei verschiedene Störungen unterscheiden, denen
eines gemeinsam ist: Fruktose (Fruchtzucker) wird nicht oder nur
schlecht vertragen, und in der Folge treten mehr oder weniger
starke Beschwerden auf.
- Fruktosurie (Fruktokinasemangel): Die Fruktosurie
ist ein sehr seltener Defekt, bei dem die Aktivität des Enzyms
Fruktokinase eingeschränkt ist. Diese Stoffwechselstörung
wird vererbt und tritt mit einer Häufigkeit von etwa 1:120.000
auf. Durch die eingeschränkte Enzymaktivität wird ein
Teil des Fruchtzuckers nicht abgebaut und ist deshalb im Urin
nachweisbar. Da ein anderes Enzym die Aufgabe des defekten Enzyms
zum Teil übernehmen kann, sind die Betroffenen klinisch gesund
und bedürfen keiner besonderen Behandlung.
- Angeborene Fruktoseintoleranz (Fruktose-1-Phosphat-Aldolase-Mangel):
Die angeborene (hereditäre) Fruktoseintoleranz wird durch
eine mangelnde Aktivität der Fruktose-1-Phosphat-Aldolase
verursacht. Auch diese Störung wird vererbt. Die Fruktose-1-Phosphat-Aldolase
ist ein Enzym, das am Fruktose-Abbau beteiligt ist. Wenn zu wenig
davon vorhanden ist, kommt es zur Anhäufung von Fruktose-1-Phosphat
in der Darmwand, der Leber und der Niere. Die Enzymaktivität
kann um 85 bis 100 Prozent vermindert sein. Die Häufigkeit
dieser Störung wird für Deutschland auf 1:20.000 geschätzt.
Möglicherweise ist jedoch die Dunkelziffer hoch. Bei der
Fruktoseintoleranz treten als Begleiterscheinungen Zittern, Übelkeit,
Erbrechen, Schweißausbrüche und Benommenheit bis hin
zur Bewußtlosigkeit auf.
- Fruktose-1,6-Bisphosphatase-Mangel: Die Fruktose-1,6-Bisphosphatase
ist ein zentrales Enzym im Stoffwechsel der Kohlenhydrate, das
für die Aufrechterhaltung des Blutzuckers sorgt, wenn keine
Glukose zur Verfügung steht. Ist dieses Enzym nicht oder
nur in geringen Mengen vorhanden, so kann der Körper keine
Glukose aus anderen Nährstoffen bilden. Bei fehlender Nahrungsaufnahme
kommt es zu einer Unterzuckerung, die bis zur Bewußtlosigkeit
führen kann. Anders als bei der angeborenen Fruktoseintoleranz
ist hier ein lebensbedrohlicher Zustand möglich. Der Fruktose-1,6-Bisphosphatase-Mangel
ist jedoch selten.
Bei der häufigsten dieser drei Störungen, der angeborenen
Fruktoseintoleranz, kommt es zu einer Anhäufung von Stoffwechselprodukten,
die sich negativ auf die Leber- und die Nierenfunktion auswirken.
Bei Nichtbehandlung beziehungsweise bei andauernder Aufnahme von
Fruktose kann es zu einer Vergrößerung der Leber, zu
Wachstumsstörungen, Erbrechen, Leberzirrhose, Blutungen und
Krämpfen kommen. Eine unbehandelte Fruktoseintoleranz kann
sogar zum Tod führen. Bei frühzeitiger und konsequenter
Ernährungstherapie können die Schäden an Niere
und Leber wieder rückgängig gemacht werden.
Nicht zu verwechseln ist die Fruktoseintoleranz mit der Fruktosemalabsorption.
Bei der Fruktosemalabsorption ist die Aufnahme von Fruktose im
Dünndarm gestört. Warum und wodurch diese Störung
auftritt ist noch nicht geklärt. Die Aufnahme von Traubenzucker
zusammen mit Fruktose verbessert die Symptomatik.
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